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AUS DEM KATALOG VON CONCORD THEATRICALS
LET ’EM EAT CAKEMusik und Gesangstexte von GEORGE GERSHWIN & IRA GERSHWIN
Buch von GEORGE S. KAUFMAN & MORRIE RYSKIND Deutsch von ROMAN HINZE (2011) |
DETAILS |
ÜBER DAS STÜCK
Regieren könnte so schön sein – wenn es nicht alle vier Jahre diese lästigen Wahlen gäbe. Nach einer sehr angenehmen Zeit im Weißen Haus wird John P. Wintergreen kalt von der Tatsache erwischt, dass die Wähler ihn angesichts von Inflation und Wirtschaftskrise nicht noch einmal als Präsident wollen. Auch dass er die Richter des Supreme Court trotz ihrer Weigerung, die Wahl für ungültig zu erklären, nicht entlassen kann, ist zumindest irritierend. Widerwillig fügt sich Wintergreen in sein Schicksal. Die Hoffnung, dass die ehemalige Präsidentenfamilie nun durch die Nähkunst seiner Frau Mary über die Runden kommen könnte, zerschlägt sich in der Wirtschaftsdepression jedoch rasch.
Da hat Wintergreen einen Geistesblitz, wie man die Nachfrage nach Marys blauen Hemden drastisch ankurbeln könnte: eine Revolution! Braun- und Schwarzhemden in Europa machen es schließlich vor. Die Unzufriedenheit mit den Regierenden ist weiterhin hoch, Verbündete, die einfach gegen alles sind, sind rasch gefunden, beste Kontakte zum Militär sind aus der Regierungszeit noch vorhanden. Was kann da schon schiefgehen? HINTERGRUND
Das 1933 uraufgeführte LET 'EM EAT CAKE ist eine schwungvolle, provokante Musical-Satire mit einer komplexen und einfallsreichen Musik, die George Gershwin als sein bis dahin bestes Werk ansah. Als finaler Part einer politischen Musical-Trilogie, für die George und Ira Gershwin mit George S. Kaufman zusammenarbeiteten, bezieht es sich auf das vorangegangene OF THEE I SING, kann aber auch als alleinstehendes Werk aufgeführt werden.
Mit seinen spitzen Bemerkungen, die sich gegen alles von Totalitarismus bis hin zu Modenschauen richten, ist LET 'EM EAT CAKE das düsterste Werk der Reihe – befasst es sich doch mit den politischen Entwicklungen der frühen 1930er Jahre. „Wenn STRIKE UP THE BAND eine Satire auf den Krieg war und OF THEE I SING eine Satire auf die Politik, dann war LET 'EM EAT CAKE eine Satire auf praktisch alles“, schrieb Ira Gershwin 1959. „Es nahm keine Rücksicht auf Konventionen und trampelte in einem Moment auf der extremen Rechten herum, im nächsten auf der extremen Linken. Das Libretto von Kaufman und Ryskind, eine Fortsetzung von OF THEE I SING, war manchmal wunderbar witzig, manchmal aber auch unerbittlich realistisch in seiner Kritik an den damaligen amerikanischen Verhältnissen.“ LET 'EM EAT CAKE wurde am 21. Oktober 1933 im Imperial Theatre am Broadway uraufgeführt. Während das mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete OF THEE I SING mit über 400 Aufführungen zum erfolgreichsten Musical der Gershwin-Brüder geworden war, brachte es die Fortsetzung nur auf 90 Aufführungen. Vermutlich fiel es etlichen im Publikum zu schwer, über die überspitzte Darstellung einer so bedrohlichen Gegenwart zu lachen. Auch heute gehört es, trotz seiner wunderbar mannigfaltigen Songs vom romantischen Mine bis zum rauen Down With Everyone Who's Up, zu den am meisten vernachlässigten Werken der Gershwins. PRODUKTIONEN (Auswahl)
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MUSIK |
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MUSIKALISCHE NUMMERN
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